HESSE - PAPIERE - Handmarmorierte Buntpapiere
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Die Geschichte des Marmorpapiers
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Die Geschichte des Marmorpapiers

Das Marmorpapier wurde vor mehr als vierhundert Jahren in Europa als „Türkisch Papier“ bekannt. Wie auch das Wissen um die Papierherstellung soll auch das Wissen über die Marmorierkunst aus China, wo es schon im 8. Jahrhundert bekannt war, über die Seidenstraße nach dem Nahen Osten gekommen sein. Von dort brachten Reisende erste Papiermuster und die Kunde von der merkwürdigen Entstehung dieser Papiere nach Europa.
Marmorpapiere sind in ihrer Schönheit und Einzigartigkeit faszinierend. Wer um die Entstehungstechnik weiß oder das Geschehen auf dem Marmoriergrund verfolgt, kann möglicherweise nachvollziehen wieso. Vielleicht erklärt sich auch daraus, weshalb keine andere Technik der Buntpapierherstellung bei ihrer Einbürgerung in Europa das Interesse selbst gelehrter Männer so bewegt und vielerlei Schrifttum hervorgerufen hat, wie das Marmorpapier.

Ein Blatt Marmorpapier entsteht, indem die Farben auf die in einem Becken befindliche Trägerflüssigkeit aufgetragen werden. Diese Trägerflüssigkeit, der Marmoriergrund, ist eine aus Meeresalgen (Carragheen) gekochte, schleimhaltige Flüssigkeit, auf welcher die Farben, durch den Zusatz von Ochsengalle schwimmen, sich ausdehnen, dirigiert und mittels verschiedener Werkzeuge manipuliert und zu einem gewünschten Muster geformt werden können. Wenn die Farben aufgetragen sind, das Muster fertig gestaltet ist, wird ein präparierter Bogen Papier aufgelegt, welcher das fertige Farbmuster aufnimmt.
Dann wird die Oberfläche des Schleimgrundes von den Farbresten gereinigt und der Farbauftrag für den nächsten Bogen kann beginnen. Dieser Vorgang des Farbauftrages wird letztendlich bei jedem neuen Blatt wiederholt. Es können hundert oder tausend und mehr gleiche bzw. ähnliche Blätter entstehen und es ist doch jedes einzelne Blatt ein Unikat.

Durch übermitteltes Wissen meiner Vorväter und seit nun mehr als 25 Jahren eigener Erfahrung in vielen Buntpapiertechniken bin ich in der Lage, Papiere nach historischen Vorbildern für Restauratoren von Büchern, Möbeln u.a. anzufertigen.